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Allgemeine Fragen über Karate

Was ist der Unterschied zwischen Karate und anderen Kampfsportarten?

Karate (japanisch "leere Hand") ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, deren Ursprünge weit zurück gehen. Es wird wie durch einen starken perfektionistischen Charakter geprägt und charakterisiert sich vor allem durch Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken, besitzt aber auch andere Aspekte wie beispielsweise Hebel und Würfe.

Vorerst mag Karate einem etwas praxisferner erscheinen, gerade im Anfängertraining stehen Wiederholungen der Techniken im Vordergrund im Gegensatz zu ihrer praxistauglichen Anwendung. Doch hier steht der Gedanke hinter, dass für eine saubere Anwendung erstmal eine gute Grundlage geschaffen werden muss und erst dann werden praktischere Aspekte umgesetzt.

Karate bzw. Karate Do ("der Weg der leeren Hand") ist jedoch auch mehr als eine Sportart. Wie bei vielen anderen Kampfkünsten ist damit auch eine Entwicklung der geistigen Reife verbunden.

Was ist der Unterschied zwischen Shotokan Karate, modernem Sportkarate und anderen Karate Stilen?

Es existieren eine Vielzahl verschiedener Karate Stile, die parallel zueinander entstanden sind. Jeder Stil wurde durch seinen Begründer definiert und besitzt spezielle Schwerpunkte. Shotokan Karate ist der in Deutschland am weitesten verbreitetste Stil. Im Hochschulsport Aachen werden zwei verschiedene Stile angeboten.

Das moderne Sportkarate ist ein sehr junger Stil, der sich vor allem auf den sportlichen Wettkampf konzentriert. So werden hier zum Beispiel Techniken aus dem Karate, die im Wettkampf verboten sind, nicht trainiert. Ebenso verzichtet man auf einige traditionelle Elemente wie japanische Namen. Shotokan Karate ist eher klassisches Karate, es wird mehr wert auf ältere Traditionen gelegt und z.B. Techniken in speziellen Formen (japanisch "Kata") geübt; ein Ritual das aus der Zeit stammt in der es in Japan verboten war Kampfkünste zu praktizieren.

Unsere beiden Hochschulabteilungen haben ein harmonisches Verhältnis zueinander und starten z.B. auch gemeinsam auf Turnieren. So ist es auch durchaus möglich in beiden Abteilungen zu trainieren.

Ist Karate Selbstverteidigung?

Ja! Karate kann sehr wohl als Selbstverteidigung eingesetzt werden. Allerdings dauert es - je nach Schüler - recht lange bis man das Gelernte anwenden kann. Die nötigen geistigen und körperlichen Fähigkeiten, um sich in einer bedrohlichen Situation adäquat reagieren zu können, entwickeln sich erst in langem und intensivem Training.

Interessanterweise entwickeln die meisten Karateka im Laufe der Zeit eine sicherere Einstellung und Ausstrahlung, die alleine schon dazu führt, dass man in Konfliktsituationen eine Konfrontation vermeiden kann.

Was muss man können um Karate zu machen?

Eine gute Konstitution, Gelenkigkeit und ähnliches sind natürlich von Vorteil, wie in jeder anderen Sportart auch. Diese Fähigkeiten werden aber auch im Laufe des Trainings erworben. Viel wichtiger ist daher ein gesundes Maß an Motivation und Durchhaltevermögen mitzubringen und im Training immer wieder Freude daran zu finden seine eigenen Leistungen zu verbessern.

Wie lange muss man trainieren bis man einen schwarzen Gürtel bekommt?

Die Prüfung zum Schwarzgurt legt man ab, wenn man bereit dafür ist. Es gibt zwar Richtlinien in den Prüfungsordnungen, aus denen sich eine Mindestzeit ergibt, aber praktisch sind solche Richtlinien nicht wirklich gravierend relevant. Der Schwarzgurt stellt den Meistergrad dar und dies ist nicht nur ein Maß dafür wie gut man ist, sondern repräsentiert auch ein Maß mentaler Reife, das der Schüler erbringen muss. Dies mag in wenigen Jahren geschehen, benötigt jedoch erfahrungsgemäß eine längere Zeit.

Was ist der Inhalt eines Karate Trainings?

Jedes Training beginnt mit Aufwärm-, Konditions- und Gymnastikübungen. Die weiteren klassischen Elemente des Karate sind Kihon (sogenannte Grundschule), Kumite (Partnerübungen) und Kata (eine Art Bewegungsabläufe oder Schattenkampf). Darüber hinaus können auch Fallschule, Reaktionsübungen oder ähnliches Teil des Trainings sein.

Im Kihon werden einzelne Techniken geübt. Aus dem Stand oder bahnenweise gelaufen, versucht man Techniken und Kombinationen zu perfektionieren. Im Kumite werden diese gelernten Techniken dann am Partner angewandt. Mit zunehmendem Fortschritt werden die Partnerübungen freier und selbstständiger bis schließlich hin zum Freikampf zwischen zwei Karateka.

Kata ist ein sehr traditionelles Element des Karate, es rührt aus der Zeit in der das Praktizieren von Kampfkünsten in Japan verboten war und man in tanzähnlichen Bewegungsabläufen Karate geübt hat. Eine Kata beschreibt dabei einen Kampf, die Bewegungen und Techniken haben eine spezielle Bedeutung und stehen in einem gewissen Kontext. Die Erläuterung der Kata und mögliche Interpretationen bezeichnet man schließlich als Bunkai.